Revolution und Repression im Iran – wie gelingt der Umsturz des autoritär-theokratischen Regimes?

Der Stachel im Fleisch - Politikgespräche mit Vorwärtsdrang

In der einhundertachtundachtzigsten Ausgabe der TV-Gesprächsreihe „Der Stachel im Fleisch“ waren Asal Asadzadeh (Sprecherin Iranische Protestbewegung OÖ) und Oskar Lehner (Jurist, ehem. UNO-Menschenrechtsbeobachter) bei mir im Studio zu Gast.

Sendetermin: Mittwoch, 21. Jänner 2026, 17.30 – 18.30 Uhr

Im Iran treten seit geraumer Zeit landesweite Proteste gegen Zwangsverschleierung und politische Unterdrückung in Erscheinung – getragen vor allem von Frauen, jungen Menschen und zivilgesellschaftlichen Netzwerken in den großen Städten des Landes. Unter dem Ruf nach Freiheit, Würde und Selbstbestimmung wenden sie sich gegen ein System, das auf religiöser Herrschaft, politischer Kontrolle und massiver Repression beruht. Die staatlichen Sicherheitskräfte gehen mit einer beispiellosen Gewalt gegen die Demonstrierenden vor, Tausende wurden seit Jahresbeginn festgenommen, zahlreiche Personen zu langen Haftstrafen oder gar zum Tode verurteilt. Im Zuge der aktuellen Massenkundgebungen sollen nach Informationen der „Sunday Times“ bereits bis zu 18.000 Menschen getötet und mehr als 300.000 schwer verletzt worden sein. Zugleich versucht das Regime, durch Kontrolle der Medien und digitalen Netzwerke den Informationsfluss einzuschränken, was auch die Einschätzungen erschwert, wie stabil das Machtgefüge aus Revolutionsgarden, Klerus und Sicherheitsapparat tatsächlich noch hinter der Führung steht.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen daher u.a. Fragen, was die internationale Gemeinschaft von den Ereignissen und Gräueln der vergangenen Wochen zu halten hat, inwieweit in der Gewalt des Staates auch ein zunehmender Machtverlust zum Ausdruck kommt und wie grenzüberschreitende Solidarität zum Ende des autoritär-theokratischen Regimes beitragen kann.

Die Übertragung steht im Online-Archiv von DORFTV zur Verfügung.