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05.02.2010
Von Martin Wassermair. Erschienen in: ZUKUNFT. Die Diskussionszeitschrift für Politik, Gesellschaft und Kultur, 02/2010, Februar 2010
Mitte der 1980er Jahre wurde auch in Österreich ein Trend eingeleitet, der Aufgabenbereiche von allgemeinem Interesse dem Wettbewerb eines uneingeschränkten Marktes überlassen will: Energie und Verkehr, Altersvorsorge und Gesundheit, aber auch Bildung, Medien, Kunst und Kultur. Nicht zuletzt deshalb muss auch die Rolle der Kulturpolitik, die auf Bundesebene zu einem überwiegenden Teil der sozialdemokratischen Regierungsverantwortung zuzuordnen ist, einer kritischen Bewertung unterzogen werden. [ mehr]
03.09.2009
Von Martin Wassermair. Erschienen in: ballesterer fm, Nr.45, September 2009
Man stelle sich vor, es gäbe ihn nicht. Die Unterhaltungsindustrie müsste Eric Cantona erfinden. Denn mit der Inszenierung des aufrührerischen Raubeins lässt sich in der Arena der Vermarktung eine Menge Geld verdienen. Davon profitieren neben dem alternden Hauptdarsteller vor allem globale Unternehmen und die Medienwelt. [ mehr]
07.07.2009
Von Martin Wassermair. Erschienen in: Konrad Becker, Martin Wassermair (Hrsg.), Phantom Kulturstadt. Texte zur Zukunft der Kulturpolitik II, Löcker Verlag (2009)
Der UNESCO zufolge sei das kulturelle Erbe das ideelle Eigentum der Menschheit und somit von Weltgeltung, weshalb neben der Erhaltung der physischen Substanz auch der schützende Schirm einer entsprechenden Bewusstseinslage aufzubauen ist. Der kognitive Käfig, der sich hier plötzlich auftürmt, entpuppt sich allerdings als kulturpolitische Trutzburg, deren Festungsmauern gegen eine Welt hochgezogen werden, die schon seit langem in das Visier der Hassparolen gegen Asyl- und vor der Misere Zufluchtsuchende geraten ist. [ mehr]
02.04.2009
Von Martin Wassermair. Erschienen in: ballesterer fm, Nr.41, April 2009
Mit der erstmaligen Austragung einer FIFA-Weltmeisterschaft wächst in Afrika die Zuversicht auf einen Ausweg aus der nicht enden wollenden Misere. Doch noch haben Armut, Staatsdespotismus und globale Krisen den Kontinent sowie dessen Fußball fest im Griff. Ein Lokalaugenschein in Kamerun. [ mehr]
02.05.2008
Von Martin Wassermair. Erschienen in: Konrad Becker, Martin Wassermair (Hrsg.), Kampfzonen in Kunst und Medien. Texte zur Zukunft der Kulturpolitik, Löcker Verlag (2008)
Ein Blick in die aktuelle politische Praxis der Volkspartei macht deutlich, dass die Beherrschung der Klaviatur populistischer Inszenierungen viele Register zu bedienen weiß. In den Denkfabriken der ÖVP wird die Kulturpolitik zur Veränderungspolitik erklärt - mit dem Ziel, Evangelisierung, Sozialabbau und Turbokapitalismus in ein österreichisches Zukunftsmodell zu übertragen. [ mehr]
31.01.2008
Von Martin Wassermair. Erschienen in: Der Standard, 31. Jänner 2008
Der französische Situationist Guy Debord glaubte noch an den künstlerischen Kampf gegen die Gesellschaft des Spektakels. Im Vorfeld der Europameisterschaft 2008 wäre er wohl zutiefst betrübt. Denn die Kompensation der rot-weiß-roten Spielschwächen wird ausgerechnet von Kunsteliten übernommen, die ihre Distinktion gegenüber dem Massenphänomen Fußball oft nicht deutlich genug zum Ausdruck bringen können. [ mehr]
31.12.2007
Von Martin Wassermair. Erschienen in: Sigrid Rosenberger, Martin Wassermair (Hrsg.), Generation Sexkoffer. Jugend in den 80er Jahren zwischen politischem Klimawandel, Freizeitindustrie und Popkultur, Löcker Verlag (2007)
Niemand wollte in den 1980er Jahren so richtig zur Kenntnis nehmen, dass der Sexkoffer nie dazu ausersehen war, zwischen Jausenbrot und Rechenstift in die Schultasche der Kinder gepackt zu werden. Umso mehr eröffnete mir der damit verbundene Kulturkampf die Offenbarung einer Welt, in der ich unumstößlich lebte. [ mehr]
04.03.2007
Von Martin Wassermair und Katharina Wegan. Erschienen in: Kulturrisse, Heft 1, März 2007
Die Zukunft der historischen Erinnerung hängt von ihrer Fähigkeit ab, sich stets zu erneuern und Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen. Denkmäler bieten vielfältige Perspektiven, suchen die Kontroverse und verstehen sich als Einschreibungen in den öffentlichen Raum. [ mehr]
29.11.2006
Von Martin Wassermair. Erschienen in: Falter, 29. November 2006
André Heller gastiert mit seiner neuen Produktion "Afrika! Afrika!" zwischen November 2006 und Jänner 2007 in Wien. Hinter dem Afrika-Entertainment des "Magiers der Phantasie" tun sich historische und politische Zusammenhänge auf, die mit den Erfordernissen einer zeitgemäßen Gesellschaft nicht vereinbar sind. [ mehr]
24.10.2006
Von Martin Wassermair und Katharina Wegan. Erschienen in: Martin Wassermair/Katharina Wegan (Hrsg.), rebranding images. Ein streitbares Lesebuch zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in Österreich, Studienverlag (2006)
Jubiläen zielen auf positiv erlebbare Wahrnehmungswelten ab, nicht zuletzt deshalb ist der Anspruch aufklärerischer Betrachtungsweisen mit Inszenierungen von Macht und Herrschaft nicht vereinbar. Es geht also darum, kontroversielle Positionen vorzustellen und damit weitere Diskussionsfelder zu eröffnen. [ mehr]
09.07.2006
Von Martin Wassermair. Erschienen in: ballesterer fm, Nr.23, August/September 2006
Selten zuvor stand das Ende einer glanzvollen Karriere so sehr im Blickpunkt öffentlicher Debatten wie beim Abgang von Zinédine Zidane. Die Filmindustrie hatte kurz vor der WM noch ihren Teil dazu beigetragen. Vom unerwarteten Erfolg der Équipe tricolore beflügelt, rätselt Frankreich nun mehr denn je über das Phänomen des modernen Heldentums. [ mehr]
16.06.2005
Von Martin Wassermair. Erschienen in: Kulturrisse 0305, Juli 2005
In Österreich wird an höchster Stelle verfügt, worauf sich die Gesellschaft im Hinblick auf die Grundlagen ihrer Vergangenheit zu verständigen hat. Der Privatisierung der Geschichtspolitik muss schleunigst Einhalt geboten werden. [ mehr]
13.05.2005
Von Martin Wassermair. Erschienen in: Elke Bippus, Andrea Sick (Hrsg.), Industrialisierung < > Technologisierung von Kunst und Wissenschaft. Schriftenreihe 01 der Hochschule für Künste Bremen, transcript Verlag Bielefeld (2005)
Noch nie war es möglich, Informationen sowie Kultur- und Bildungsinhalte so kostengünstig zu vervielfältigen und schnell zu verbreiten. Umso absurder erscheint es, dass eine plurale und demokratische Nutzung dieser Errungenschaften gegenwärtig mit aller Gewalt unterbunden werden soll. Die Frage lautet aktuell mehr denn je: Wem gehört die Kultur der Zukunft? [ mehr]
02.11.2004
Von Martin Wassermair. Erschienen in: Ljubomir Bratic, Daniela Koweindl, Ula Schneider (Hrsg.), Allianzenbildung. Zwischen Kunst und Antirassismusarbeit: Annäherungen, Überschneidungen, Strategien, Reflexion, Wien (2004)
Früher waren es Paläste, pompöse Regierungssitze und reichlich ornamentierte Unternehmenszentralen in den Prunkbauten der Städte, die Macht, Unnahbarkeit und Hegemonialgewalt zur Schau stellen sollten. Die einstmals steinernen Fundamente haben längst schon der digital-vernetzten Verfügung über Wissen und Information Platz gemacht. [ mehr]
25.02.2004
Von Bernhard Amann und Martin Wassermair. Erschienen in: "Wir werden ganze Arbeit leisten..." Der austrofaschistische Staatsstreich 1934. Neue kritische Texte herausgegeben von Stephan Neuhäuser, Books on Demand, Norderstedt (2004)
Das Zeitalter der Aufklärung hat in Österreich nicht viel Licht gesehen. Im Gegenteil: Das Land wurde durch den Kanonendonner des Februar 1934 und den darauf folgenden Faschismus nachhaltig verfinstert. Was sind nun Schlussfolgerungen für die Kulturpolitik? [ mehr]
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