Nach mehr als zehn Jahren Leitung der Politikredaktion trenne ich mich Ende März 2026 von DORFTV und dem nichtkommerzielen Rundfunk. Am 16. März 2026 veröffentlichte das Branchenmagazin HORIZONT ein Interview mit mir über meine Bilanz und die Beweggründe des Abschieds.
Martin Wassermair: „Da entsteht Unmut – und zwar bei allen Beteiligten“
Martin Wassermair hat beim oberösterreichischen Community-TV-Sender Dorf TV die Politikredaktion aufgebaut und zehn Jahre lang geleitet. Ende März hört er auf. Im HORIZONT-Interview spricht er über prekäre Arbeitsverhältnisse, Politiker:innen, die das Gespräch verweigern, fruchtlose Diskussionen und persönliche Enttäuschungen.
HORIZONT: Herr Wassermair, zehn Jahre Dorf TV. Und jetzt ein doch recht überraschender und vor allem schneller Abschied. Was steckt da dahinter?
Martin Wassermair: Ja, das ist zum einen ein Rückblick mit gewissem Stolz, weil in den zehn Jahren von 2016 bis Jahresbeginn 2026 mit den Politikformaten auf Dorf TV tatsächlich große Erfolge gelungen sind. DBeitrag anzeigenie Politikredaktion hat sich in dieser Zeit echt etabliert und sich einen Namen geschaffen. Und was ganz wesentlich ist: Sie hat vor allem Dorf TV weit über Linz und Oberösterreich hinaus zu einem Renommee verholfen. Man kennt Dorf TV, man kennt das Politikformat, vor allem die Reihe „Der Stachel im Fleisch“. Das der eine Teil der Geschichte, auf den man mit berechtigtem Stolz blicken darf.
Es gibt aber noch einen anderen Teil in der Geschichte dieser zehn Jahre. Das ist die Einrichtung, die Etablierung einer Politikredaktion im nichtkommerziellen Rundfunk, die bei Dorf TV von Anfang an als gewisses Experiment versucht wurde. So hat sich dann doch gar nicht so spät, eher schon früh herausgestellt, wie schwierig eigentlich die mediale Herangehensweise an Politik und Zeitgeschehen ist, weil das ja sehr genaue Qualitätsansprüche verfolgt, wo man aber sehr wohl auch darauf achtet, dass man die Notwendigkeit von Publikum nicht einfach so beiseiteschiebt, sondern man natürlich Wirksamkeit erzielen möchte, indem man die Anzahl der Zuseher:innen bei diesen Politikformaten maximiert. Und da sind irgendwie auch Konflikte entstanden – Konfliktentwicklungen, die man zunächst natürlich glaubte, ausräumen zu können, indem man ausreichend darüber diskutiert, über Verbesserungen nachdenkt. Die Frage ist: Wie kann man das in einem Medienbetrieb, der ja nicht ausschließlich aus Journalist:innen und erfahrenen Redakteur:innen besteht, tatsächlich auch nachhaltig verankern?
Und, jetzt, im Rückblick betrachtet: Ist das gelungen?
Nein. Es hat sich herausgestellt, dass der nichtkommerzielle Rundfunk ganz allgemein und Dorf TV im Besonderen auch viele andere Funktionen zu erfüllen hat. Das beginnt damit, dass selbstverständlich die Vermittlung von Medienkompetenz insbesondere an junge Menschen eine ganz wichtige Rolle einnimmt. Die Frage der Communities, die man betreuen muss, damit sie auch dauerhaft und nachhaltig im Programm repräsentiert werden können. Auch die Einladung an die Communities, am Sender selbst mitzuwirken, bis hin dazu, dass natürlich ein nichtkommerzieller Fernsehsender wie Dorf TV das reichhaltige Kunst und Kulturleben hier in Oberösterreich und vor allem natürlich auch in Linz begleiten und abbilden muss.
Da können schon beträchtliche Spannungsfelder entstehen, die ich vielleicht anfänglich selbst unterschätzt habe. Meine Hoffnung war groß, dass das im gemeinsamen Gespräch in einem Team, das zusammenhält, tatsächlich auch bewältigt werden kann, dass dafür Lösungen entwickelt werden können. Das hat sich allerdings als Trugschluss herausgestellt. Denn die Diskussionen, die mir notwendig erschienen, waren dann so nicht möglich. Es gab kaum Räume dafür.
Die Diskussionen im Team konzentrieren sich sehr stark auf Produktionsfragen technischer Natur. Wie machen wir das mit Licht? Wie machen wir das mit Ton? Mit welcher Kamera arbeiten wir? Das ist sehr zeitraubend. Und dann kommt natürlich noch ein Punkt dazu, den spreche ich sehr offen an: Wenn immer man in einer Organisation oder in einem Unternehmen arbeitet, das sehr prekär aufgestellt ist, brauchen die Menschen, die mit viel Überzeugung, mit sehr viel Herzblut dafür arbeiten, auch eine Anerkennung von Seiten des Senders. Wenn schon nicht finanziell, weil das im nichtkommerziellen Bereich sehr schwierig ist, dann wenigstens symbolisch.
Diese Anerkennung aus dem Team von Dorf TV, so höre ich heraus, haben Sie vermisst?
Ich habe wirklich sehr viel investiert, sehr viel an Zeit, an Wissen, an Knowhow, das ich mir über Jahrzehnte in meinem Leben angeeignet habe, und das habe ich bei Dorf TV eingebracht. Vieles davon wurde finanziell überhaupt nicht abgegolten, aber es hat mir zu symbolischer Anerkennung verholfen. Vielfach glauben die Leute bis heute, ich sei der Chef von Dorf TV. Die Wahrnehmung von Dorf TV erfolgt ganz stark oder für manche fast ausschließlich über meine Person.Jetzt kann man nicht sagen, dass Dorf TV da irgendetwas falsch gemacht hat. Man muss richtigerweise sagen, dass ich da sehr viel richtig gemacht habe. Das ist das Entscheidende. Es gibt keinen einzigen öffentlichen Auftritt von mir im Kontext von Dorf TV, ohne dass ich nicht den Sender maßgeblich mitgefeatured hätte. Da entsteht Unmut – und zwar bei allen Beteiligten. Und das kann letztlich zu Spannungen und Konflikten führen, wo Dynamiken entstehen, die dann irgendwann auch nicht mehr einzufangen sind.
An diesem Punkt stehe ich jetzt. Und deshalb habe ich Mitte Februar der Geschäftsleitung von Dorf TV erklärt, dass ich meine Tätigkeit mit Ende März beenden werde.
Stichwort Geschäftsleitung: Mit Jahresbeginn hat Kathrina Becker die Nachfolge von Gabriele Kepplinger angetreten. Steht dieser Wechsel in irgendeiner Form im Zusammenhang mit einer wachsenden Unzufriedenheit Ihrerseits?
Nein, überhaupt nicht. Die neue Geschäftsführerin Kathrina Becker hat ihren Job erst am 1. Jänner dieses Jahres angetreten. Davor gab es mit Gabi Kepplinger eine Geschäftsführerin, mit der ich immer im besten Einvernehmen war. Dennoch, und das war eben auch noch ihre Entscheidung, hat sie mir gegen Jahresende offeriert, dass die finanziellen Mittel für die Politikredaktion, die auch verschiedenste Projekte der politischen Bildung abdeckt, im Jahr 2026 um 28 Prozent gekürzt werden. Das ist kein Pappenstiel. Natürlich kann man damit, wenn man wie ich in NGOs mit Aufs und Abs Erfahrung gemacht hat, umgehen. Aber elegant ist das nicht, etwas einfach so zu kappen – vor allem im Hinblick darauf, dass da auch Projekte weggeschnitten wurden, die ich konzipiert habe, die meine Erfindung sind, die ich jedes Jahr wieder aufs Neue beantragt habe. Mich damit zu konfrontieren, dass es das ab 2026 einfach nicht mehr geben wird, macht keinen schlanken Fuß.
Eine Ihrer Sendungen – sie haben es schon erwähnt – trägt den Titel „Der Stachel im Fleisch“. Der Name ist Programm, Sie sind bekannt dafür, dass Sie sich kein Blatt vor den Mund nehmen und Dinge immer sehr direkt ansprechen. Das gefällt nicht jedem, schon gar nicht in einem Fernsehinterview. Man hat fast das Gefühl, als wolle Dorf TV in Zukunft ein bisschen leiser treten, ein bisschen angepasster, vielleicht gechillter daherkommen. Ist der Eindruck richtig?
Der Eindruck ist nicht ganz falsch. Es ist tatsächlich so, dass Dorf TV kein traditionsreiches Medienunternehmen ist wie etwa die Tageszeitung „Die Presse“ oder „Der Standard“ oder das Nachrichtenmagazin „Profil“ oder gar HORIZONT. Es gibt bei Dorf TV kaum solide Erfahrungshintergründe im Umgang damit, wie sich kritischer, unabhängiger Journalismus gegenüber Politik, Wirtschaft, Macht, der herrschenden Gesellschaft positionieren soll. Und selbstverständlich ist die Erwartung an ein alternatives Medium, dass man es tatsächlich auch anders machen will. Was heißt anders? Medien machen heißt auch Medienbeobachtung, Medienkritik. Und bei uns allen herrscht immer wieder Unzufriedenheit, dass es gerade auch hier in Österreich Medien oft an Kritik oder auch an pointierten Betrachtungen auf Politik und Macht fehlt. Mein Anspruch war immer schon, eben kritisch, aufsässig und konsequent zu sein. Deshalb auch der Titel „Der Stachel im Fleisch“ für das sicherlich erfolgreichste Politikformat auf Dorf TV bisher.
Natürlich entstehen da auch Spannungen, weil andere haben ihren Umgang mit Politik, mit Politiker:innen jetzt nicht über Pressekonferenzen und Round-Table-Diskussionen oder über kantige Studiogespräche, wo vom Landeshauptmann abwärts die Leute Rede und Antwort stehen, sondern pflegen ihre Kontakte eher über Kulturveranstaltungen, eher über das Antichambrieren. Man trifft sich dort, vielleicht geht man sogar gemeinsam Pétanque spielen, was auch immer. Und da will man es sich natürlich auch mit niemandem verscherzen.
Hinzu kommt, dass auch das Team von Dorf TV mittlerweile sehr diversifiziert ist, das ist ja nicht mehr die autonome Truppe wie in der freien Kulturszene der 1980er-Jahre, wo man in basisdemokratischen Sitzungen bis in die frühen Morgenstunden alles ausgestritten hat, sondern da wird jeder Person ihre Rolle zugewiesen – technische Arbeit, Organisationsarbeit, Communitybetreuung, Workshopplanung. Und das ergibt dann letztendlich ein Team, die überhaupt nichts zu tun hat mit Grundfragen des Journalismus: Was braucht es eigentlich für eine Mediendemokratie, die auf zuverlässige, faktenbasierte Information setzen will? Und da entstehen Entfremdungsdynamiken oder vielleicht ist es gar nicht so sehr Entfremdung, sondern da ist man sich fremd von Anfang an, und das wird im Grunde auch nicht so ganz aufgelöst.
Ist das für Sie also eine Dorf TV-interne Thematik? Wir wissen beide, dass die Grenzen zwischen Politik, Wirtschaft und Medien manchmal fließend verlaufen – auch und gerade in Oberösterreich. Auf der anderen Seite steckt natürlich in so einem nichtkommerziellen Sender auch viel öffentliches Geld drinnen, ohne das es gar nicht geht. Offen gefragt: Gibt es Anzeichen dafür, dass es Interventionen von außen gegen Sie persönlich gegeben hat?
Also bei mir selbst hat es nie politische Interventionen gegeben, nicht ein einziges Mal. Die Leute kennen und respektieren mich viel zu sehr, sodass ich da echt unantastbar bin. Es gab eher Versuche, sich mir zu verweigern. Es gibt Politiker:innen, die sagen ‚Zu dir komme ich nicht ins Studio‘. Der ehemalige Linzer Finanzstadtrat Christian Forsterleitner hat einmal sehr aufrichtig zu mir gesagt: ‚Ich bin doch nicht blöd und komm‘ zu dir ins Studio. Bei dir kann ich genau gar nichts gewinnen, wenn ich da eine Stunde sitze. Du wirst mich grillen und ich gewinne keinen einzigen Wähler dazu. Ganz im Gegenteil, ich verliere. Und diese Rechnung kann ich mir als Politiker, der auch in Zukunft erfolgreich sein will, ganz einfach nicht leisten.‘ Für mich ist so etwas ein schönes Kompliment, weil dann ist zumindest in der Politik meine Rolle astrein verstanden worden, dass ich eben ich nicht käuflich bin, dass ich eben keiner Gefälligkeit dienen muss. Und das macht stark.
Das macht es aber sicherlich auch schwer, denn da kann man auch mitunter den Missmut anderer Redaktionen auf sich ziehen, weil man sich in Pressekonferenzen nicht brav verhält und einfach nur immer alles abnickt und Ja und Amen sagt, wie das in der oberösterreichischen Szene üblich ist. Da gibt es ganz wenige, die wirklich kritische Fragen stellen. Viele Medien schicken ja nur überhaupt nur noch die Praktikant:innen hin.
Bei Dorf TV gibt es mittlerweile ein anderes Problem: Es sind gar keine Menschen mehr da, die überhaupt redaktionell an solche Dinge herangehen könnten. Natürlich kannst du sagen, und das passiert auch, du nimmst jetzt eine junge Frau, die sich fürs Medienmachen interessiert. Die soll Jugendredakteurin werden, sie kriegt fünf Stunden in der Woche, soll das sozusagen so effizient und wirkmächtig wie möglich etablieren, soll Öffentlichkeit herstellen, soll sich einen kritischen Namen machen. Das geht sich natürlich alles nicht aus, weil der nichtkommerzielle Rundfunk per se prekär ist – aber, Sie haben es schon gesagt, sehr wohl auch über Geld verfügt. Dorf TV hat von der RTR Medien heuer schon fast 640.000 Euro aus dem Nichtkommerziellen Rundfunkfonds zugesprochen bekommen. Das ist schon etwas. Klar, es gibt beträchtliche Fixkosten: Man muss die Lizenz, die verschiedenen Verbreitungswege bezahlen, alles. Aber da ist schon auch ein bisschen Spielgeld vorhanden. Es ist letztlich eine organisationspolitische und medienpolitische Entscheidung, wofür die Gelder verwendet werden.
Das Kapitel Dorf TV schließt sich für Sie jetzt. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Senders? Was möchten Sie ihm und Ihren bald ehemaligen Kollegen mitgeben?
Also was ich sicher nicht zurücklassen will, ist Groll oder oder Verbitterung. Ich bin jetzt auch gar nicht so wehmütig. Was ich mir für Dorf TV wünsche, resultiert eigentlich aus einer allgemeinen Analyse des politischen Geschehens. Es wird alles schlechter, in der Medienbranche herrscht inzwischen totale Alarmstimmung, um die Medienfreiheit und die Demokratie ist es sehr schlecht bestellt in unseren Nachbarstaaten. Und das schwappt auch auf Österreich über. Die Tendenzen, autoritäre Regime zu errichten, werden immer stärker, sogar innerhalb von EU-Mitgliedstaaten. Das bedroht die Medienvielfalt ganz massiv. Das richtet sich ganz massiv gegen die öffentlich-rechtlichen Sender. Das richtet sich ganz massiv gegen unabhängigen Journalismus. Da werden Feindbilder gezüchtet und auch in der Öffentlichkeit präsentiert, was tatsächlich bei vielen Menschen verfängt. Die allgemeine Stimmung da draußen gegenüber Journalist:innen ist so schlecht wie noch nie zuvor.
Das sind alles sehr gefährliche Tendenzen, wo der der nichtkommerzielle Rundfunk, auch Dorf TV, sich nicht darauf verlassen kann, wie eine geschützte Werkstätte von diesen globalen Entwicklungen nicht berührt zu werden. Ganz im Gegenteil. Auch Dorf TV wird sehr bald ein unglaublicher rauer, kalter Wind um die Ohren fliegen, und die Zeit ist extrem knapp. Der Sender hat in den letzten Wochen nichts unternommen, um sich davor zu wappnen und Resilienz aufzubauen, sondern hat ganz im Gegenteil eine wichtige Resilienzkraft in Gestalt meiner Person aufs Spiel gesetzt und letztlich auch verloren.
Für Sie ist dieses Kapitel definitiv geschlossen. Wie geht es jetzt persönlich für Sie weiter?
Mein Abschied von Dorf TV ist auch ein Abschied vom nichtkommerziellen Rundfunk. Das ist mir wichtig zu betonen, weil ich auch über Dorf TV hinaus immer wieder mit Publikationen, Diskussionsbeiträgen, internen Beratungen, Netzwerktreffen und so weiter in der nichtkommerziellen Szene aktiv war. Das ist für mich jetzt abgeschlossen und das ist auch gut so. Dennoch, diesen medienkritischen Spirit, den ich selbst erlernen durfte über den nichtkommerziellen Rundfunk – wofür ich sehr dankbar bin –, den trage ich weiter mit mir herum. Den kann ich auch gar nicht abschütteln, und in meiner neuen Rolle als Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, die ich auch schon seit mittlerweile einem Jahr habe, kann ich den auch gut gebrauchen. Es ist mir schon wichtig, dass auch der nichtkommerzielle Rundfunk ein Sprachrohr hat, das muss ich wirklich so sagen.
Dieses Dreigestirn aus öffentlich-rechtlichem, kommerziellem und nichtkommerziellem Rundfunk ist eine österreichische Besonderheit, vor allem die Tatsache, dass man das auch tatsächlich so konsequent täglich in den Äther und auf den Bildschirm bringt. Da gibt es sicherlich viel zu tun, um das zu bewahren. Deshalb engagiere ich mich für die Verteidigung von Demokratie, Medienvielfalt und Pressefreiheit bei Reporter ohne Grenzen. Wenn dieser Kampf erfolgreich ist, wird der nichtkommerzielle Rundfunk unweigerlich davon profitieren. Und dann freue ich mich.
Das heißt, Sie werden sich vorerst einmal jetzt nur Ihrer Rolle als Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen widmen. Oder haben Sie noch weitere Pläne?
Ich mache sowieso immer viele Dinge gleichzeitig. Ich schreibe zum Beispiel auch über Fußball für den „Ballesterer“, jetzt hatte ich gerade ein großes Kunstprojekt im Offenen Kulturhaus in Linz. Das war ein großer Aufwand, das mache ich jetzt so schnell nicht mehr. Das ist schon tag- und abendfüllend. Aber natürlich verliere ich mit meinem Abschied bei Dorf TV Stunden. Ich habe jetzt auch eine finanzielle Einbuße, das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich gebe mir jetzt einmal ein paar Monate, um mich nach den vielen Erschöpfungen auch einmal wieder gänzlich herzustellen, mich wieder mehr der Familie zu widmen.
Und dann, ab Jahresbeginn 2027, werde ich wieder nach neuen, sinnvollen Ergänzungen zu meinem Job bei Reporter ohne Grenzen suchen. Denn das ist schon spannend: Es gibt bei Reporter ohne Grenzen weltweit nicht viele Funktionäre, die zugleich aktiv journalistisch tätig sind. Bis in die Zentrale nach Paris ist das mit großem Interesse aufgenommen worden. Es sind wirklich ganz, ganz wenige in so einer Doppelrolle. Und ich war einer davon. Jetzt bin ich es nicht mehr.
