Rechtlos hinter Gittern – wie ist der Strafvollzug zu reformieren?

Der Stachel im Fleisch - Politikgespräche mit Vorwärtsdrang

In der einhunderteinundneunzigsten Ausgabe der TV-Gesprächsreihe „Der Stachel im Fleisch“ waren Elena (Union für die Rechte von Gefangenen Österreich) und Harald Spirig (Soziologe, ehem. leitender Beamter im Strafvollzug) bei mir im Studio zu Gast.

Sendetermin: Mittwoch, 18. März 2026, 17.30 – 18.30 Uhr

Der tragische Tod eines Häftlings der Justizanstalt Hirtenberg im Dezember 2025 hat die Debatte erneut entfacht, ob für den Strafvollzug in Österreich tiefgreifende Reformen notwendig sind, um Missstände zu beseitigen und strukturelle Veränderungen anzustoßen. Tatsächlich liegt Österreich bei der Anzahl der Haftstrafen deutlich über Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. Noch immer wird etwa die Hälfte der entlassenen Häftlinge rückfälligein Umstand, der auch die Maßnahmen zur gesellschaftlichen Reintegration kritisch in den Blick rückt. Zudem sind dringend unabhängige Kontrollen der Haftbedingungen und mehr Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit erforderlich. Gefängnisse sind schließlich Orte, an denen Menschenrechte auf dem Prüfstand stehen. Folgerichtig ist immer öfter die Forderung zu vernehmen, dass es auch für Strafgefangene daher konkrete Möglichkeiten geben muss, Beschwerden einzubringen und aktiv an Verbesserungen mitzuwirken.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen unter anderem Fragen, wie sich Menschenrechte, Sicherheit und gesellschaftliche Verantwortung in einem modernen Justizsystem miteinander vereinbaren lassen, welche Alternativen zur Haft mehr zum Einsatz kommen sollten und wie Häftlinge besser betreut und auf ein Leben nach dem Gefängnis vorbereitet werden können.

Die Übertragung steht im Online-Archiv von DORFTV zur Verfügung.