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Aktuelles
02.04.2012

Telegraphenamt: Semiotische Zugriffe der Macht

Globalisierungserkundungen aus der Südperspektive

Kameruns Staatsoberhaupt hatte Maroua wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen einen seiner seltenen Besuche abgestattet. Noch Wochen später schmückte sich die Stadt damit, wie sehr sie dem Herrscher zu Füßen liegt. "Die gesamte Jugend hinter Paul Biya" – wenn politische Banderolen über den Straßen zum Zusammenhalt rufen, nehmen selbst wackelige Strommasten stramme Haltung an.

In seiner fünften Depesche beschreibt das Telegraphenamt Avenue Kakatare, wie sich politische Macht und Propaganda in urbane Physiognomien einschreiben.

23.03.2012

Pionierzeit: Jenseits von Facebook und Google ...

Rückblicke und Ausblicke einer aktivistischen Medienkultur

Schon in ihrer Pionierzeit schafften Netzkulturen mithilfe des Internet neue politische, soziale und kulturelle Räume, was vielfach Konflikte und Konfrontationen nach sich zog. Fast zwanzig Jahre später marschiert die mittlerweile zweite Generation einer kritischen Netzbewegung auf den Straßen, um gegen eine sich zunehmend bedrohlicher abzeichnende Einschränkung des freien Austauschs von Wissen und kulturellen Inhalten zu protestieren (u.a. gegen ACTA).

Das Buch Vergessene Zukunft rekonstruiert die Generationenablöse in der aktivistischen Medienkultur und ermutigt zu einer politischen Auseinandersetzung mit der Zukunft der digitalen Kulturentwicklung - für alternative Visionen jenseits von Google und Facebook.

Ich durfte auf zweifache Weise zu diesem Buch beitragen: Der Text Mit langem Atem am kurzen Arm schildert die Erfahrungen mit den Schwierigkeiten der Finanzierung von Netzkultur-Projekten. Darüber hinaus blicke ich gemeinsam mit Konrad Becker in einem ausführlichen Interview auf die politischen Jahre von Public Netbase zurück.

Buchpräsentationen mit Diskussion finden am 28. und 30. März 2012 in Wien und Berlin statt.

07.02.2012

Entwicklungspolitik: Informationsfreiheit und digitale Repression

Soziale Medien, IT-Riesen und gesellschaftliche Teilnahme

Noch immer lebt ein Großteil der Menschen Afrikas im Schatten des Informationszeitalters, mit dem sich zugleich Hoffnungen wie auch Ängste verbinden. Doch was können das Internet und die Sozialen Medien in Staaten bewirken, die von der Teilnahme an der globalen Wirtschaft weitgehend ausgeschlossen sind? Wie verändern sie beispielsweise Gesellschaften, die durch autoritäre Regime unterdrückt werden? Kann ein Land wie Kamerun von der Digitalisierung selbst profitieren oder gewinnen nur die IT-Riesen?

Diesen Fragen bin ich gemeinsam mit Roger Taakam, Chefredakteur der Zeitschrift "Les Cahiers de Mutations", in einem Beitrag für die Berliner Gazette nachgegangen.

13.01.2012

Flucht: Aufruf zur Entwaffnung der Wagenburg

Subalterne Existenz und Ausbreitung des Lagers

Nach dem millionenfachen Morden zweier Weltkriege, nach Vernichtung und Vertreibung, ist Europa weit davon entfernt, das Versprechen einer solidarischen und ökonomisch gerechten Neuordnung einzulösen. Wenn weltweit Menschen zur Flucht gezwungen werden, verkriecht sich die vermeintlich geläuterte Gemeinschaft hinter ihren Barrikaden.

Die Flucht, eines der grundlegendsten Rechte, zu deren Wahrung sich die europäische Gemeinschaft eigentlich verpflichtet, wird zum Dämon stilisiert, dem mit Mobilmachung zu begegnen ist – in militärischer, geistiger und auch kultureller Hinsicht.

Gemeinsam mit Konrad Becker habe ich mit Nach dem Ende der Politik im Jahr 2011 den dritten Band der Reihe "Texte zur Zukunft der Kulturpolitik" herausgegeben. Von mir stammt der Beitrag Die Rückkehr der Flucht, der nunmehr im Rahmen des eipcp auch in einer englischen Version erschienen ist.

24.11.2011

Radioreise: Nachrichten aus der Avenue Kakatare

Erzählungen aus dem Hochofen des Sahel

Ich war am 18. November 2011 im Studio von ORF FM4 live zu Gast, um im Rahmen der Sendung Jugendzimmer von meinen Eindrücken im Norden Kameruns zu berichten, wo ich seit Jahresbeginn 2011 lebe.

Im Gespräch mit Elisabeth Scharang konnte ich von meinen Globalisierungserkundungen aus der Südperspektive erzählen, vom Überleben bei Wasserknappheit, von Stoffen und eingewebten politischen Botschaften sowie ganz allgemein von der Informationspolitik in Afrika.

Die Aufzeichnung der Sendung steht ab sofort als Download zur Verfügung.

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